Veranstaltungen

Liebe Mitglieder, liebe Gäste,

wir laden Sie ein zur ersten Mitgliederversammlung im Winterhalbjahr 2019/2020

am 15. Oktober 2019
um 18 Uhr
im Adolph-Woermann-Haus, Palmaille 29a.

Den Vortrag hält Frau Mattea Weihe, ehem. Cultural Mediator mit Sea-Watch auf Mission, zum Thema

„Zivile Seenotrettung an den Grenzen Europas“.

Sea-Watch e.V. ist eine zivile Seenotrettungsorganisation, die sich 2015 gegründet hat, um zunächst mit einem Monitoring-Schiff vor Lampedusa auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Heute verfügt die Organisation über ihr drittes Schiff, die 50 m lange Sea-Watch 3, und ist die größte zivile Seenotrettungsorganisation in Deutschland. Sea-Watch operiert seit 2016 nicht mehr vor der Küste Lampedusas, sondern im zentralen Mittelmeer zwischen Libyen und Italien und dient der Seenotrettung. Die Arbeit der Organisation ist die Antwort auf das Nichtstun der EU, eine Lösung für die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer zu finden. Die Überfahrt in überfüllten Schlauchbooten ohne ausreichende Nahrung, Wasser oder Treibstoff macht den Fluchtweg aus Libyen nach Europa zu der gefährlichsten Fluchtroute der Welt.

Mattea Weihe ist seit Ende 2017 bei Sea-Watch engagiert. An Bord ist sie als Cultural Mediator diejenige, die den ersten Kontakt mit dem Boot in Seenot aufnimmt und anschließend die Schnittstelle zwischen Geflüchteten und eigener Besatzung bildet. Durch ihre Ausbildung spricht sie Englisch, Französisch und Arabisch und kann mit einem Großteil der Geflüchteten in ihrer Muttersprache kommunizieren. An Land arbeitet Mattea Weihe in der Abteilung der politischen Öffentlichkeitsarbeit als Teil des Teams im Berliner Büro und setzt sich bei Abgeordneten, Parlamentariern, Organisationen und Einzelpersonen aktiv für sichere Fluchtwege ein. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf den unmenschlichen Zuständen in Libyen und auf den Versuchen der Europäischen Union, ihre Außengrenzen weiter zu externalisieren. Universitätsabschlüsse hat Mattea Weihe in Kunsttheorie und Islamwissenschaft und macht derzeit ihren Master in Friedensforschung. Neben dem Studium und der ehrenamtlichen Tätigkeit in Seenotrettungsorganisationen arbeitet sie bei einem Research-Institut in einem Projekt zur Migration in Nordafrika, dem Horn von Afrika und der Levante.